Förderung von Energieeffizienz und Ressourcenschutz
Weitere fünf Vorhaben nehmen ihre Arbeit im Förderprogramm auf
Leipzig, 10. Januar 2012 – Im BMU-Förderprogramm "Energetische Biomassenutzung" werden insbesondere umsetzungs- und technologieorientierte Vorhaben unterstützt. Richtungsweisende Pilot- und Demonstrationsanlagen sollen jeweils die Markteinführung vorbereiten. Die neuen Vorhaben widmen sich der Emissionsminderung, der Entwicklung von Verfahren, die das Spektrum an Einsatzstoffen erweitern, sowie der Herstellung neuer Produkte wie Biocrudeoil für eine CO2-neutrale Kraftstoffbereitstellung.
Die neuen Vorhaben kurz zusammengefasst im Überblick:
Entwicklung von emissionsarmen häuslichen Feuerstätten für feste Brennstoffe (FKZ: 03KB055)
Der Einsatz von Biomasse zur Wärmeerzeugung in kleinen Festbrennstofffeuerungen, wie z. B. Kaminöfen, trägt zum Erreichen der politischen Ziele von Bundesregierung und Europäischer Kommission in den Bereichen Klimaschutz und Ressourcenschonung bei. Die Entwicklung und Umsetzung von Minderungsmaßnahmen für Feinstaub und für Produkte unvollständiger Verbrennung sind Ziel dieses Vorhabens: Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt und praxistaugliche Maßnahmen zur Reduzierung der Partikelemissionen und zur Verbesserung der Verbrennungsbedingungen umgesetzt werden. An dem Verbundvorhaben sind der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V. in Frankfurt und das Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) der Universität Stuttgart beteiligt.
Entwicklung eines Hochtemperaturwärmeübertragers für die Kopplung von Biomassekesseln mit Stirlingmaschinen (FKZ: 03KB056)
Für die dezentrale Nutzung von Biomasse in KWK-Anlagen bestehen derzeit noch Probleme bei der Technologie und in der Zuverlässigkeit der Anlagen. Ziel des Vorhabens des Clausthaler Umwelttechnik-Instituts ist es daher, die technische Alternative eines Stirlingmotors mit externer Wärmezufuhr (statt innerem Verbrennungsprozess) fortzuentwickeln. Dafür werden verschiedene Wärmeübertragungsmechanismen geprüft und getestet. Es soll ein indirekt arbeitendes Wärmeübertragungssystem entwickelt werden, das auf der einen Seite von einem Kessel gespeist wird, in dem Biomasse verbrannt wird, und auf der anderen Seite Wärme als Heißgas an den Stirling überträgt. Damit ergeben sich geringere Anforderungen an die Brennstoffqualität, die Verbrennung kann optimiert werden und für den Stirling sollten sich längere Laufzeiten ohne technische Probleme ergeben.
Torrefizierung - ein Verfahren zur Homogenisierung schwieriger Biomassen für eine energetische Nutzung (FKZ: 03KB057A-B)
Das Kooperationsvorhaben von Pusch AG und DBFZ gGmbH strebt die Entwicklung eines Verfahrens zur Homogenisierung verbrennungstechnisch schwieriger Biomassen an. Diese Biomassen sollen durch eine optimierte Kombination aus Torrefizierung und Pelletierung für eine vereinfachte energetische Verwertung nutzbar gemacht werden. Das Verfahren wird am Beispiel von Stroh und Waldrestholz erprobt und die Übertragbarkeit auf andere Biomassen geprüft.
Damit wird das Spektrum möglicher Einsatzstoffe als Festbrennstoff maßgeblich erweitert und so eine nachhaltige und ökologische Nutzung regionaler fester Biomasse in Kleinanlagen verbessert und gesichert.
Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von stofflich und energetisch nutzbaren Bioagglomeraten auf der Basis von Lignin (FKZ: 03KB058A-C)
Der in der Papier- und Zellstoffindustrie anfallende biogene Reststoff Lignin soll in dem Verbundvorhaben von TU Cottbus, DBFZ gGmbH und Lödige Maschinenbau durch die Entwicklung einer völlig neuen Aufbereitungs- und Agglomerationstechnologie in eine optimale und vielseitige Form überführt werden. Damit soll ein einfach nutzbares Handelsgut produziert werden, welches sowohl für die stoffliche Verwertung als auch als marktfähiger Biomassefestbrennstoff zur thermischen Anwendung geeignet ist. Geplant ist, das zunächst entwickelte Verfahren anschließend in einer Demonstrationsanlage zu testen.
Umsetzung von Biocrude und Biomasse zu flüssigen Kohlenwasserstoffen (FKZ: 03KB062A-D)
Die Verteuerung und Verknappung von fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas erfordert die Erschließung neuer Ressourcen für die Gewinnung von erneuerbaren Energieträgern und Rohstoffen für die Stoffwirtschaft. Das Verbundvorhaben „BioKW“ strebt eine CO2-neutrale, nachhaltige Kraftstoffbereitstellung auf Basis biogener Einsatzstoffe an. Technische Arbeitsziele sind der Bau einer Pilotanlage und die Erprobung des CLC-Verfahrens mit gemeinsamer Umsetzung von Biocrudeoil und festen Biomassen zur Gewinnung von flüssigen Kohlenwasserstoffgemischen. In dem Verbundvorhaben arbeiten das Leibniz-Institut für Katalyse, PYTEC Thermochemische Anlagen GmbH, PHÖNIX Umwelttechnische Anlagen und das Johan Heinrich von Thünen-Institut zusammen.
Das Förderprogramm
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Programm „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ aufgelegt. Das DBFZ ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination desselben hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt.
Weitere Informationen
www.energetische-biomassenutzung.de
Kontakt
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
Torgauer Straße 116, 04347 Leipzig
Diana Pfeiffer – Projektkoordinatorin
Telefon: +49 (0) 341 2434-554
E-Mail: diana.pfeiffer(at)dbfz.de
Angela Gröber – Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 341 2434-457
E-Mail: angela.groeber(at)dbfz.de




