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Neuer Förderschwerpunkt: Innovative Technologien in Biogasanlagen

Fünf neue Vorhaben starten im BMU-Förderprogramm "Energetische Biomassenutzung"

Leipzig, 06. Januar 2012 – Mit den ausgewählten Vorhaben rückt die Erschließung neuer Substrate und die Entwicklung innovativer Technologien in den Vordergrund, um mit weniger Ressourcenaufwand und hoher Effizienz den Energiegehalt von Biomasse in Biogasanlagen zu nutzen. Dabei wird die Reduzierung von Klimagasemissionen angestrebt, die Wirtschaftlichkeit der Biogasaufbereitung in kleinen Anlagen erhöht oder neue Konzepte zur bedarfsgerechten Stromerzeugung aus Biogas erstellt.

Die neuen Vorhaben im Biogassektor kurz zusammengefasst im Überblick:

Effizientere Nutzung von Reststoffen mittels funkbasierter Multipositionssensoren in Biogasanlagen (FKZ: 03KB059A-C)
Im Rahmen dieses Verbundvorhabens wird ein drahtloses Sensorsystem entwickelt, das der Datenerfassung und Probenahme in Biogasreaktoren dient. Insbesondere sollen Prozessstörungen frühzeitig erkannt, lokalisiert und daraus Rückschlüsse über eine optimierte Betriebsweise gezogen werden. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Auswirkungen des Einsatzes biogener Reststoffe gelegt. An dem Projekt beteiligt sind die TU Berlin, das Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik e. V., die teleBITcom GmbH und Fraber agro.

Verbesserte Biogasaufbereitung zu Biomethan durch Ultraschall stimulierte CO2-Desorption bei niedrigen Temperaturen (FKZ: 03KB060A-C)
Biogasaufbereitungsanlagen dienen zur Abtrennung von unerwünschten Gaskomponenten aus Rohgas und damit zur Methananreicherung. Biogasaufbereitung ist bislang an kleineren, dezentralen Biogasanlagen nicht wirtschaftlich, weil die dafür häufig genutzten Aminwäschen zur CO2-Entfernung mit Temperaturniveaus arbeiten (ca. 140°C), die an kleinen Biogasanlagen nicht wirtschaftlich zur Verfügung stehen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur Anreicherung von Biomethan durch verbesserte CO2-Abscheidung durch eine Aminwäsche. Ein Teil des Energieeintrags soll durch Ultraschall erfolgen, und die Nutzung der Temperaturniveaus an kleinen Biogasanlagen (ca. 80°C) ermöglichen. Das Vorhaben wird durchgeführt von GICON-Großmann Ingenieur Consult GmbH, der TU Cottbus und BANDELIN electronic GmbH & Co. KG.

Steuerbare Stromerzeugung mit Biogasanlagen (FKZ: 03KB061A-B)
Das Team der FH Ingolstadt und der UTS Biogastechnik GmbH widmet sich der Entwicklung eines Systems zur steuerbaren, bedarfsgerechten Stromerzeugung durch Biogasanlagen. Um Erneuerbare Energien effizient ins Stromnetz zu integrieren, sind vor allem effiziente Speichertechnologien notwendig. Die Forscher entwickeln aus diesem Grund verschiedene Lösungskonzepte für die steuerbare Stromerzeugung und werden diese an einer bestehenden Biogasanlage umsetzen. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen als Grundlage für deutschlandweite Umbaumaßnahmen an bestehenden und zukünftigen Biogasanlagen dienen. 

Emissionsminderung durch Spurenelemente in Abfallbiogasanlagen (FKZ: 03KB063)
Damit die Biogasgewinnung aus Abfällen einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, muss sie sich auch wirtschaftlich gestalten lassen. Moderne Verfahren der Biogasgewinnung arbeiten heute bei hohen Raumbelastungen und möglichst geringen Verweilzeiten. Um dieses Ziel zu erreichen ist die Verfügbarmachung von Spurenelementen notwendig. Besonderen Wert legt das  Projektkonsortium aus DBFZ gGmbH, GICON GmbH und der P.U.S. GmbH hierbei auf den Verzicht des Einbringens von umweltrelevanten Schwermetallen. Insbesondere die Ausrichtung der Technologie auf güllefreie Biomasseverwertungsanlagen zeigt hier ein zukunftsweisendes Potenzial. Das Team forscht an der Entwicklung ausgewählter Maßnahmen zur Reduzierung von Klimagasemissionen mit der Fokussierung auf die Reduktion des Gärrestanfalls und der Erschließung neuer Substrate für Abfallbiogasanlagen.

Weiterentwicklung von Technologien zur effizienten Nutzung von Pferdemist als biogener Reststoff (FKZ: 03KB064)
Derzeit fallen in Deutschland bei der Haltung von etwa einer halben Million Pferde ca. 4,5 Mio. Tonnen Pferdemist pro Jahr an. Dieser wird bisher noch kaum energetisch genutzt, da er als Brennstoff nicht zugelassen ist und es bei der Biogasgewinnung aufgrund seines hohen Fasergehaltes bislang verfahrenstechnische Probleme gibt. Die Universität Hohenheim hat sich daher zum Ziel gesetzt, ein funktionsfähiges Verfahren zur Gewinnung von Biogas aus Pferdemist zu entwickeln. Die Untersuchungen sind im Labormaßstab und an der Forschungsbiogasanlage der Universität Hohenheim im Praxismaßstab geplant. Es soll hierbei besonders die mechanische Aufbereitung von Pferdemist untersucht werden. Dabei erfolgt eine verfahrenstechnische, eine energetische, ökologische und ökonomische Bewertung.

 

Weitere neue Vorhaben mit dem Schwerpunkt auf der Förderung von Energieeffizienz und Ressourcenschutz gestartet. Weiter


Das Förderprogramm 
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Programm „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ aufgelegt. Das DBFZ ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination desselben hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt.

Weitere Informationen
http://www.energetische-biomassenutzung.de/de/vorhaben.html


Kontakt
Deutsches BiomasseForschungsZentrum gGmbH (DBFZ)
Torgauer Straße 116, 04347 Leipzig

Diana Pfeiffer  – Projektkoordinatorin
Telefon: +49 (0) 341 2434-554
E-Mail: Diana.Pfeiffer(at)dbfz.de

Angela Gröber – Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 341 2434-457
E-Mail: angela.groeber(at)dbfz.de 

06.01.2012 13:41

Gefördert durch:

BMU
BMU Klimaschutzinitiative

Koordiniert vom:

PTJ

Wissenschaftlich begleitet vom:

DBFZ