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Methodenhandbuch

Dokumentations- und Methodenbasis für die Bestimmung von Technologiekennwerten, Gestehungskosten und Klimagaseffekten im Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“

Das Methodenhandbuch (4. Auflage 2013) hat zum Ziel, eine durchgängige Dokumentations- und Methodenbasis für wesentliche Kalkulations- und Bewertungsverfahren ausgewählter energetisch-ökonomisch-ökologischer Analysen anzubieten, die von allen Vorhaben als generelle bzw. zusätzliche Basis für die Bewertung genutzt wird.

Zur einfacheren Verwendung des Methodenhandbuchs bietet die Webseite einen Überblick über die Inhalte des Methodenhandbuchs, sowie wesentliche Arbeitshilfen für energetisch-ökonomisch-ökologischer Analysen zum Download.

Für die Anwendung der Methoden ersetzt die Webseite jedoch nicht die sorgfältige Lektüre des Handbuchs.

 

 

 

Inhalte kurz zusammengefaßt

Zielgruppe

Das Methodenhandbuch des Förderprogramms "Energetische Biomassenutzung" ist das Resultat einer gemeinsamen, intensiven Diskussion der Teilnehmer des Förderprogramms. Diese haben sich zu Beginn ihrer Arbeit die Aufgabe gestellt, ihr methodisches Vorgehen transparent zu gestalten und zu harmonisieren, um Kennwerte, sowie Kostenrechnungen und Bilanzierungen vergleichbar zu machen.

Bewusst ist das Methodenhandbuch für den "einfacheren" Nutzer gedacht, welcher sich nicht alltäglich mit den dargestellten Methoden beschäftigt. Ausgewählte Methoden zur stoffstromorientierten Bilanzierung der Klimagaseffekte können so mit begrenztem Auf-wand, einfach, transparent und nachvollziehbar angewandt werden.

Inhalt & Anwendung

Das Methodenhandbuch des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ ist das Resultat einer gemeinsamen, intensiven Diskussion der Teilnehmer des Förderprogramms, die sich bei Beginn ihrer Arbeit 2009 vor die Aufgabe gestellt sahen, ihr methodisches Vorgehen transparent zu gestalten und zu harmonisieren, um Kennwerte sowie Kostenrechnungen und Bilanzierungen vergleichbar zu machen.

Bewusst ist das Methodenhandbuch für den „einfacheren“ Nutzer gedacht, welcher sich nicht alltäglich mit den dargestellten Methoden beschäftigt. Ausgewählte Methoden zur stoffstromorientierten Bilanzierung der Klimagaseffekte können so mit begrenztem Aufwand, einfach, transparent und nachvollziehbar angewandt werden.

Hier finden Sie:

  •   Zusammenfassung der generellen Rahmenbedingungen
  •   Wichtigsten Punkte zur Anwendung der Methoden
  •   Listen mit den wichtigsten Parametern
  •   Dokumentationslisten zum Download als Excel-Datei

Die vorgeschlagenen Dokumentationsvorlagen und Methoden basieren dabei auf dem Stand der Wissenschaft und reichen von der Berichterstattung (wie vorgegangen wurde) bis zur detailliert benannten Berechnungsmethode. Sie beschränken sich auf ausgewählte Fragestellungen und liefern keine vollständige Nachhaltigkeitsbewertung.

Das Methodenhandbuch wird vorerst innerhalb des Förderprogramms angewendet und ist somit insbesondere auf die Fragestellungen der dazugehörigen Vorhaben zugeschnitten, die nach erzielten Klimaschutzeffekten beurteilt werden.

Was nicht?

Der Versuch, Bewertungsmethoden für verschiedene Konversionspfade zu harmonisieren und unaufwändig einfach und transparent möglichst vielen Forschungsvorhaben verfügbar zu machen, ist risikobehaftet, mühsam und im Ergebnis immer ein Kompromiss.

Das Methodenhandbuch beschränkt sich auf ausgewählte Fragestellungen und ist im momentanen Bearbeitungsstand kein Werkzeug, um sämtliche Nachhaltigkeitsaspekte zu bewerten.

Zur Bereitstellung von einfachen, harmonisierten und transparenten Methoden wurden einige Vereinfachungen getroffen (z. B. Nutzungsgrad, Anfahrvorgänge) und für verschiedene Bereiche eine vereinheitlichte Datenbasis bereitgestellt (z. B. Brennstoffpreise). Per se kann nicht für alle Vorhaben sichergestellt werden, dass diese Vereinfachungen und Vereinheitlichungen angemessen und geeignet sind und das gewünschte Resultat erzeugen. Konkret bedeutet dies, dass die einzelnen Vorhaben und Verbünde die vorgeschlagenen Daten und Ansätze für die Berechnungen verwenden und in begründeten Einzelfällen davon abweichen. In den Fällen, wo eine konsistente Datenbasis nicht einheitlich hinterlegt werden konnte (z. B. prozessspezifische Kennwerte für die THG-Bilanzierung oder Potenzialanalyse) liegt der Schwerpunkt der Harmonisierung auf der methodischen Transparenz, die anhand von Dokumentationslisten nach verfolgt werden soll.

Genereller Rahmen

Als genereller Rahmen sind die übergeordneten Annahmen und Betrachtungsweisen dargestellt, die bei den Bilanzierungen und Bewertungen zu Grunde gelegt werden. Hierfür wird entscheidend berücksichtigt, dass die Optimierung der energetischen Biomassenutzung – vor allem der technischen Elemente – mit dem Ziel eines hohen Klimaschutzbeitrages für Deutschland im Zentrum des Förderprogramms steht, und die energetisch-ökonomisch-ökologische Bewertung diese Blickrichtung abdecken soll.

In dem Kapitel finden sich Informationen zu:

  • Grundlegende Referenzen und Begriffsbestimmungen
  • Programmrelevante Begriffsdefinitionen
    • Rohstoff und produktspezifische Definitionen
    • Ökonomische Definitionen
    • Ökobilanzielle Definitionen
    • Energietechnische Definitionen
  • Systemgrenzen und Systemelemente: Die Prozesskette der energetischen Biomassenutzung
  • Übergeordneter Bewertungsrahmen
    • Räumlicher Bezug
    • Zeitlicher Bezug
    • Energietechnischer Bezug
    • Nachhaltigkeitsanforderungen    

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Reststoffe im Förderprogramm "Energetische Biomassenutzung"
Für das Förderprogramm wird der weit definierte Begriff (biogener) Reststoff verwendet, der – vor dem Hintergrund des energietechnisch-wissenschaftlichen Programmschwerpunktes – für die relevanten Disziplinen (THG-Bilanzierung, Potenzialanalyse) geeignet ist und keine Biomassefraktionen ausschließt:

Biogene Reststoffe sind vorhandene organische Stoffströme, die Nebenprodukte bzw. Rückstände und Abfälle beinhalten, d. h. alle biogenen Stoffströme, die nicht als Hauptprodukt hergestellt werden (vgl. Abbildung 2).



Abbildung 2: Definitionen im Programm (Quelle: DBFZ)

Biomethan ist Methan, das in technischen Prozessen aus biogenen Rohstoffen erzeugt wird. Biomethan kann durch bio-chemische Umwandlung (über Biogas) oder thermochemische Umwandlung (als Bio-SNG) generiert werden. Es wird durch entsprechende Aufbereitung der Gaszusammensetzung insbesondere der Methangehalt an Erdgasqualität angepasst.
Der Energieinhalt der Primärenergie, Einsatz- und Reststoffe, sowie Produkte ist die chemisch gebundene Energie der Biomasse, die im technischen Konversionsprozess zur Umwandlung in andere Energieformen zur Verfügung steht. Im Förderprogramm wird der Energieinhalt aller Einsatzstoffe und Reststoffe ausschließlich als Heizwert Hi ausgewiesen. Die Bezugsgröße zur Berechnung der chemischen Leistung und des Wirkungsgrads  ist ebenfalls der Heizwert Hi.


Methodenhandbuch, Abbildung 3: Systemgrenzen und Elemente (Quelle: DBFZ)

Abbildung 3: Systemgrenzen und Systemelemente: Die Prozesskette der energetischen Biomassenutzung (Quelle: DFBZ)

Biomassepotenziale

Um die Vergleichbarkeit und Genauigkeit von Potenzialstudien im Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ zu erhöhen, ist eine Definitions- und Dokumentationsharmonisierung nötig. Aufgrund der Vielfalt an Biomassekategorien (betrachtete Biomassefraktion, Potenzialdefinition, räumlichen Ebene, Zeitbezug, Art der Datenerhebung, Methodik) kann zwar keine einheitliche Methodik für alle Biomassefraktionen vorgegeben werden, aber einige Definitionen, die Darstellungsart und Herangehensweise können vereinheitlicht werden. Das Ziel der Methodenharmonisierung ist nicht nur für das Förderprogramm relevant, sondern wurde auch auf europäischer Ebene verfolgt (BEE-Projekt 2009).

Vor dem Hintergrund der Programmziele wird daher empfohlen, zusätzlich zu dem in dem jeweiligen Projekt gewählten Vorgehen auch das technische Potenzial zu bestimmen bzw. mit auszuweisen, um eine weitestgehende Vergleichbarkeit zwischen den Vorhaben zu ermöglichen.

Ergebnisdarstellung

Anhand einer Dokumentationsliste soll dargestellt werden, welche Biomassefraktionen in die Untersuchung eingeflossen und welche Restriktionen bei der Ermittlung der technischen Potenziale berücksichtigt worden sind, um so die Ergebnisse transparenter zu gestalten.

Die Dokumentationslisten I und II stellen die wichtigsten Faktoren, die zu Abweichungen zwischen den Ergebnissen führen, heraus und machen deutlich, welche Nachhaltigkeitsaspekte bei der Potenzialermittlung berücksichtigt wurden.

Energie- und Stoffbilanzierung der Konversionsprozesse

Die Energie- und Stoffbilanzierung des Konversionsprozesses ist eine Voraussetzung für die im Methodenhandbuch beschriebene ökonomische und ökologische Analyse der Gesamtketten.

Die Kenntnis von Input und Output der betrachteten Systeme ermöglicht die Berechnung von Kenngrößen, mit denen der Konversionsprozess technisch und energetisch charakterisiert und optimiert werden kann. Die herangezogenen Kenngrößen basieren auf Stoff- und Energiebilanzen und dienen vor allem der Weiterentwicklung der einzelnen Technologiegruppen (Verbrennung, Vergasung, Vergärung) und nicht den Quervergleichen zwischen diesen.

Das Ziel ist es die Angabe der ein- und ausgehenden Energieströme sowie der energetischen Konversionswirkungsgrade zwischen allen Vorhaben zu harmonisieren.

Ergebnisdarstellung:

Die Datenerhebung und Ergebnisdarstellung erfolgt in den technologiespezifischen Vorhaben mit Hilfe eines Datenerhebungsbogens und einer Dokumentationsliste, die für Verbrennungs-, Vergasungs-, und Biogasanlagen unterschiedlich sind. Sie enthalten Eingabefelder für die erforderlichen Stoff- und Energieströme und die berechneten Kenngrößen, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Neben den absoluten Zahlenwerten wird die Art der Datenerhebung - Messwerte, abgeleitete Werte, Differenzwerte oder Annahmen festgehalten. Dadurch sollen die Stoff- und Energieströme, sowie die Bilanzkenngrößen transparent und vergleichbar für Technologien untereinander (z. B. Vergasungsanlagen) und unterschiedliche Technologien (z. B. Vergasungs- und Vergärungsanlagen) dokumentiert werden.

Die notwendigen Bilanzkenngrößen sind jeweils in zwei Tabellen  (Vorlage für Datenerhebungsbogen und Dokumentationsliste) zu dokumentieren. Um die Sicherheit der Daten zu veranschaulichen, bestehen die Tabellen aus 2 Teilen. Im ersten Teil sind die Bilanzkenngrößen einzutragen und im zweiten Teil die einzelnen Stoff- und Energieströme mit denen diese berechnet wurden. Durch die Addition der Stoff- und Energieströme für Input und Output kann die Plausibilität der Daten sehr einfach geprüft und transparent dargestellt werden. Wichtig dabei ist die Angabe der Bilanzgrenze auf die sich die Plausibilitätsprüfung bezieht. Es sind lediglich die grau unterlegten Felder mit Daten der jeweiligen Anlage auszufüllen und die restlichen Werte durch Berechnung zu ergänzen.

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen der Datenerhebungsbögen und Dokumentationslisten die Einheiten der entsprechenden Parameter. Für die in den Dokumenten hinterlegten Einheiten sind die Berechnungsformeln der entsprechenden Parameter eingetragen. Falls der Bedarf besteht oder die Datenlage es erfordert, Parameter mit anderen Einheiten zu verwenden, müssen die hinterlegten Berechnungsformel entsprechend angepasst werden.

Zur Erleichterung können Beispiele für vollständig ausgefüllte Datenerhebungsbögen je nach Technologiebereich heruntergeladen werden.

Biomassevergasungsanlagen:

Biogasanlagen:

Kleinfeuerungsanlagen:

Brennwert und Heizwert

Exkurs zu den Bilanzeffekten
Die Bewertung von komplexen energietechnischen Systemen unter Verwendung von verschiedenen Teilbilanzen kann zu Fehlern führen, wenn Bezugszustände nicht einheitlich verwendet werden. Die Energiedifferenz zwischen den verschiedenen verwendeten Bezugszuständen tritt dann als verschwundener oder entstehender Energiestrom auf. Die Arbeit mit Heizwerten und Brennwerten im gleichen System ist gleichbedeutend mit der Verwendung unterschiedlicher Bezugszustände. Für klassische thermochemische Prozesse ist die durchgängige Arbeit mit heizwertbezogenen Energieströmen naheliegend, weil durch technische Tradition gedeckt.

Nicht naheliegend ist dies aber bei Brenngasen, die aus regenerativen Energiequellen bereitgestellt werden. Bei Erdgas ist die Arbeit mit flüssigem Wasser als Bezugszustand, also mit dem Brennwert, üblich. Die technische Brennwertnutzung ist für diesen Brennstoff Standardtechnologie. Dies gibt den Trend zur Abkehr vom Heizwertbezug, hin zum Brennwertbezug bei der Technologiebewertung vor.

Es sollte künftig durchgängig dazu übergegangen werden, ungeachtet der branchenspezifisch üblichen Auslegungsmethodik, den Energiegehalt von Stoffströmen für vergleichende Bewertungen technologieübergreifend generell nach der gleichen Methodik zu berechnen. Grund dafür sind die zunehmenden Querverbindungen zwischen den Technologien, sei es für Vergleichszwecke oder für stoffliche Zusammenschaltung.

Der Übergang zu wissenschaftlich belastbarer technologieübergreifender Bewertung von Bioenergietechnologien musst also zwangsläufig mit dem Übergang zu brennwertbezogener energetischer Charakterisierung von Stoffströmen verbunden sein, wie es auch die künftige europäische Normung (siehe Entwürfe zur Ecodesign-Richtlinie) vorsieht.

  • Ausführliche Informationen und Beispielrechnungen zum vereinfachten Heizwert und Brennwertvergleich (Vergärung nasser Biomasse / Biochemische Konversion und Biomassevergasung / Thermochemische Konversion) finden Sie im Kapitel 5.5 im Methodenhandbuch.

Wirtschaftlichkeit

Die Berechnung der Gestehungskosten zusammen mit einer ökologischen Bewertung der verschiedenen Bioenergiepfade bietet eine Möglichkeit die THG-Vermeidungskosten zu bestimmen. Die daraus ableitbaren Aussagen über die ökonomische Effizienz von Nutzungspfaden können letztlich dazu beitragen die Kosten des Klimaschutzes sowie der Transformation des Energiesystems zu minimieren und damit die gesellschaftliche Akzeptanz der Bioenergie zu erhöhen, sofern die Ergebnisse politisch umgesetzt werden.

Durch die Einführung der Gestehungskosten (frei Anlage) als Wirtschaftlichkeitskriterium sind die Biomassenutzungspfade mit unterschiedlichen technologischen Ansätzen, Nutzungsdauern, Bereitstellungsmengen, Aufteilung in die Bioenergieformen Kraftstoff, Wärme und elektrischer Energie untereinander vergleichbar. Die Gestehungskosten oder levelized cost of energy (LCOE) werden basierend auf der Annuitätenmethode berechnet und nach den Vorgaben der VDI 6025 (1996) einheitlich durchgeführt.

Eine Ausweitung der Betrachtung bzw. der Systemgrenze auf die Distribution ist wünschenswert und angestrebt, um die positiven Effekte der Bioenergie auf der Bereitstellungsebene erfassen zu können. Die Berücksichtigung dieser Effekte wird mit der weitergehenden Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien und die zunehmend unterschiedlichen Versorgungsaufgaben der verschiedenen Energieträger relevanter.

Ergebnisse

Für die Kalkulation der Differenzkosten biogener Energiebereitstellung soll ein fossiles Referenzsystem gewählt werden, dass alternativ zur Bioenergie in Betracht kommen würde. Die Annahmen bezüglich des Wärmenutzungsgrads, bei den Berechnungen der Stoff- und Energieströme, der Gestehungskosten und der THG-Emissionen müssen gleich sein, um die Vergleichbarkeit der THG-Vermeidungskosten zu gewährleisten.
Die Annahmen und Systemgrenzen zur Berechnung der mittleren Gestehungskosten von Bioenergie und der fossilen Referenz müssen gleichartig sein. Zudem können Sensitivitätsanalysen helfen, die Haupteinflussfaktoren und Unsicherheiten der Gestehungskostenrechnung zu verdeutlichen. Dabei ist die Variationsbandbreite für jeden Parameter sinnvoll zu wählen bzw. sollte in die Auswertung miteinbezogen werden. Bei Kleinfeuerungsanlagen ist die Ausdehnung der Systemgrenze auf die Nutzenergie erforderlich, da erhebliche Unterschiede in Kostenstruktur der Distribution und Nutzung zur fossilen bestehen. Für alle anderen Pfade ist Bereitstellung von Bioenergie als Systemgrenze hinreichend genau, wobei bei Biokraftstoffen und fossilen Kraftstoffen, die THG-Emissionen der finalen Verbrennung im Motor berücksichtigt sind.

Bei der Gestehungskostenrechnung wird angenommen, dass es sich um eine erprobte und in den Markt eingeführte Konversionsanlage handelt. Der Vorteil liegt in der ökonomischen Vergleichbarkeit von Technologien in verschiedenen Entwicklungsstadien. Zudem kann das zukünftige Potenzial von Pilot- und Demoanlagen abgeschätzt und strategische Entscheidungen bezüglich der weiteren Förderung getroffen werden. Um die Ergebnisse jedoch nicht völlig losgelöst vom Entwicklungsstand zu betrachten, ist es notwendig eine Dokumentation der Annahmen oder der realen Daten vorzunehmen (Angaben zum Entwicklungsstand, zur Marktverfügbarkeit und zum Entwicklungsbedarf etc.), um die Ergebnisse transparenter zu gestalten und Abweichungen zu kommerziellen Anlagen aufzuzeigen. Die Gestehungskosten sollen zusammen mit der Dokumentationsliste erhoben und veröffentlicht werden.

Treibhausgasminderung und weitere Umwelteffekte

Die ökologische Bewertung der Bioenergienutzung ist insbesondere vor dem Hintergrund klima- und umweltpolitischer Diskussionen und Forderungen als dauerhaft wissenschaftliche Begleitung von Bedeutung.

Ziel der vorgeschlagenen Methodik ist die „Bereitstellung“ einer einfachen und transparenten Methodik, die es bestmöglich erlaubt, vergleichbare Ergebnisse zu produzieren. Daher wird vorgeschlagen für die Berechnung der Treibhausgas-, der versauernden – und der Partikelemissionen (und der entsprechenden Minderungspotenziale gegenüber einer fossilen Referenz) die Methodik der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (EU RED 2009) anzuwenden. Diese Methodik beschränkt sich auf die Berechnung von Treibhausgasemissionen, da diese im Bereich der energetischen Biomassenutzung am stärksten diskutiert werden. Die Berechnungsmethodik stellt derzeit den einzig anwendbaren Kompromiss zwischen der Notwendigkeit methodischer Komplexität und einer Sicherstellung der Vergleichbarkeit von Ergebnissen durch möglichst einfache und transparente Vorgehensweisen und Methoden dar. Die Methodik stellt kein Substitut der Ökobilanzierung nach ISO 14040 und 14044 dar.

Einige Faktoren, die für die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten (u. a. für die Bilanzierung von THG-Emissionen und weiteren Emissionen) auch für die im Rahmen des Förderprogramms bearbeiteten Projekte von essentieller Bedeutung sind, können im Rahmen des Methodenhandbuchs nicht in der notwendigen Tiefe berücksichtigt werden. Es wird im Methodenhandbuch nur kurz auf die Bedeutung folgender Faktoren verwiesen:

  • Humuseffekte
  • (Indirekte) Landnutzung ((indirect) land use change)
  • Landnutzung (Land use)
  • P als Ressource
  • Volkswirtschaftliche Effekte

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Um die Daten auch für andere Allokationsverfahren anwendbar zu machen, wird empfohlen, die Datensätze auch unalloziert anzugeben.

Die Annahmen bezüglich der Stoff- und Energieströme sowie des Wärmenutzungsgrads zur Bilanzierung von THG-Emissionen und zur Kalkulation der Differenzkosten biogener Energiebereitstellung müssen gleich sein, um die THG-Vermeidungskosten zu berechnen. Für die Bilanzierung von THG-Emissionen soll ein fossiles Referenzsystem gewählt werden, welches sich mit dem gewählten Referenzsystem der Kalkulation der Differenzkosten biogener Energiebereitstellung deckt.

Ergebnisdarstellung

Die Annahmen zur Berechnung der Bilanzierung von THG-Emissionen und Energiegestehungskosten müssen gleichartig sein, um die THG-Vermeidungskosten zu berechnen.

Die Datenerhebung findet mit Hilfe von Dokumentationslisten statt. Diese enthalten alle relevanten Stoff- und Energieströme der Prozesse für die Prozesse Rohstoffproduktion, Bereitstellung / Transport, Distribution und Nutzung. Entsprechende Dokumentationslisten für die Konversionsprozesse finden sich in der Energie- und Stoffbilanzierung des Konversionsprozesses.

Referenzsysteme

Um die ermittelten Bilanzergebnisse von Bioenergiesystemen zu bewerten, ist die Gegenüberstellung mit Referenzsystemen notwendig. Für die Energiebereitstellung werden diese sogenannten konventionellen Referenzsysteme im Methodenhandbuch beschrieben, die von den Projekten im Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ als einheitliche Vergleichsbasis herangezogen werden sollen. Dargestellt sind die Referenzsysteme für Strom, Wärme und Kraftstoffe, jeweils mit Werten für eine Durchschnittsbetrachtung und für eine Grenzbetrachtung, mit konkreten Daten im Hinblick auf:

  • Emissionen an Treibhausgasen (THG)
  • Emissionen an Luftschadstoffen (versauernde Emissionen und       
    Feinstaub) sowie
  • Kumulierter nichterneuerbarer Primärenergie-Verbrauch (KEV)

Kurz zusammengefasst

Zur Vereinfachung von Vergleichen zwischen Projektergebnissen wird daher empfohlen, als Referenzsystem für die Strombereitstellung stets das Durchschnittssystem zu verwenden und, sofern dies zeitlich möglich ist, die Sensitivität der Ergebnisse durch Verwendung einer Grenzbetrachtung darzustellen.
In begründeten Fällen kann auch ein anderer Ansatz gewählt werden.
Wie bei den Stromsystemen wird empfohlen, als Referenzsystem stets den Durchschnittsmix zu verwenden und, sofern zeitlich möglich, die Sensitivität der Ergebnisse durch Verwendung einer Grenzbetrachtung darzustellen.
Aus Konsistenzgründen sollten statt des RED-Komparators die hier dargestellten Werte für Vergleiche mit fossilen Systemen verwendet werden, da sie Lebenswegdaten zu Luftschadstoffen und Primärenergieeinsatz beinhalten.

Ausblick & Kontakt

Das aktuelle Methodenhandbuch ist eine Zusammenführung verschiedener Methoden. Bei den gewählten Annahmen werden die gegenwärtigen Anforderungen an eine nachhaltige Bioenergienutzung berücksichtigt. Es ist im momentanen Bearbeitungsstand kein Werkzeug für die vollständige Bewertung zur Nachhaltigkeit von Bioenergiesystemen. Für eine solche Aufgabe ist die Berücksichtigung weiterer Parameter (z. B. Humusbilanzierung, iLUC, Nahrungsmittelsicherheit, Wertschöpfung, Ressourcenverfügbarkeit etc.) sowie eine zusätzliche Hilfestellung für die Ergebnisinterpretation erforderlich. Die Weiterentwicklung des Methodenhandbuches in Richtung eines Bewertungswerkzeuges für Bioenergiesysteme bleibt ein wichtiger Diskussionsgegenstand in der Begleitung des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“. Der Anspruch einer vereinfachten Methodik unter Vermeidung der Nivellierung von Besonderheiten einzelner Technologien ist dabei unbedingt zu erfüllen.

Die notwendige Weiterentwicklung des Handbuchs ist auch künftig nur über einen gemeinsamen Diskussions- und Anpassungsprozess der Teilnehmer des Förderprogramms und der Anwender des Handbuchs möglich. Seine Weiterentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, der die Rückmeldung von Experten wie auch aus der Praxis bedarf. Partner im Förderprogramm aber auch darüber hinaus sind herzlich zur Mitarbeit und Kommentierung eingeladen.

Haben Sie Fragen oder Hinweise zum Methodenhandbuch dann kontaktieren Sie:

Diana Pfeiffer
Koordination Programmbegleitung Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“
Telefon: +49 (0)341 2434-554
E-Mail: diana.pfeiffer‍@‍dbfz.de

Autoren

Einen großen Dank an alle Autoren und Arbeitsgruppen, die an der Erstellung des Methodenhandbuchs mitgewirkt haben.

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ
Daniela Thrän

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
André Brosowski, André Herrmann, Stefan Majer, Katja Oehmichen, Diana Pfeiffer, Walter Stinner

Ehemalig DBFZ: Philipp Adler, Elmar Fischer, Ralf Schmersahl, Torsten Schröder, Kitty Stecher, Vanessa Zeller, Martin Zeymer

GreenDeltaTC GmbH
Andreas Ciroth

Hochschule Zittau/Görlitz

Tobias Zschunke

International Institute for Sustainability Analysis and Strategy (IINAS)
Uwe Fritsche

Öko-Institut e.V.
Klaus Hennenberg

Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL)
Katja Gödeke

Methodenharmonisierung

Die Programmbegleitung koordiniert die Harmonisierung von Methoden im Förderprogramm.

Aktuelles

Derzeit werden das Methodenhandbuch zur stoffstromorientierten Bilanzierung der Klimagaseffekte (4. Auflage 2013) und die Messmethodensammlung Biogas (2. Auflage 2014) überarbeitet.

Interesse an einer Mitarbeit?

Bei Interesse an einer Mitarbeit nehmen Sie bitte Kontakt auf mit:

Diana Pfeiffer
Koordination Programmbegleitung Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“
Telefon: +49 (0)341 2434-554
E-Mail: diana.pfeiffer‍@‍dbfz.de

Englische Version

Method Handbook - Methods for determination of technology indicators, levelized costs of energy and greenhouse gas effects of projects in the funding programme “Biomass energy use".