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Zukunftsvision für Wärme aus Biomasse

Neues Statement-Papier skizziert eine nachhaltige und wirkungsvolle Nutzung von Wärme aus Biomasse

Leipzig, 08. Dezmber 2017 – Die Herausforderungen der Energiewende in Deutschland liegen neben dem Strom- und Verkehrsbereich vor allem auf dem Gebiet der Wärme. Rund 87 % der erneuerbaren Wärme, eine Energiemenge von circa 500 PJ, stammen aktuell aus der Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Die Arbeitsgruppe Wärmemarkt des BMWi-Forschungsnetzwerks Bioenergie (Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“) schlägt jetzt in einem Statement-Papier bioenergiespezifische Maßnahmen zum Gelingen der Wärmewende vor.

Das Ziel ist gesetzt: Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur soll auf deutlich unter 2 Grad begrenzt werden. Deutschland will bis zum Jahr 2050 weitestgehend auf den Einsatz fossiler Energieträger verzichten (Energiekonzept 2010 der Bundesregierung). Im Wärmesektor ist der Anteil erneuerbarer Wärme auf 13,2 % in 2015 im Vergleich zu 1990 gestiegen. In den letzten zehn Jahren haben in der Fläche nicht nur Wärmepumpen einen starken Ausbau erlebt. Auch feste Biomasse, wie Holzpellets, wurde zur Wärmebereitstellung verstärkt genutzt.

Eine Expertengruppe bestehend aus Wissenschaftlern des DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH, der IZES gGmbH, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, der Hoval GmbH und des C.A.R.M.E.N. e.V. präsentiert in dem Statement-Papier "Wärme aus Biomasse" eine aktuelle Bestandsaufnahme und einen Ausblick auf die Wärmezukunft. Unterzeichnet wurde das Papier ferner von Mitgliedern der AG-Wärmemarkt des Forschungsnetzwerkes Bioenergie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).
„Biomasse als speicherbarer und flexibel einsetzbarer Energieträger bietet gerade auch für stark integrierte, zukünftige Konzepte eine vergleichsweise kostengünstigere Lösungsoption“, resümiert Dr.-Ing. Volker Lenz vom DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH und Moderator der AG Wärmemarkt die Empfehlungen.

Die Maßnahmen

Sechs wesentliche Maßnahmen führen die Wissenschaftler für einen erfolgreichen Wandel der Bereitstellung von Wärme aus Biomasse an:

1.    Konsistente, wissensbasierte Vorschläge für weitergehende Emissionsregelungen auf kommunaler Ebene: Verbindlichkeit und regionale Differenzierung von Immissionsanforderungen je nach Emissionsvorbelastung

2.    Entwicklung von emissionsarmen und kompakten Biomassekesseln als Ölheizungsersatzanlagen

3.    Beförderung des Einsatzes reststoffbasierter Festbrennstoffe

4.    Ausbau der Förderung von Kombinationen erneuerbarer Wärmequellen unter Berücksichtigung der Rückwirkungen auf die Stromnachfrage

5.    Vereinfachung der stromnetzstabilisierenden Strom-Einspeisung durch Klein- und Kleinst-Biomasse-Wärme-Kraft-Kopplung

6.    Verstärkte Forschungsförderung für die Flexibilisierung der stromnetzdienlichen Wärmebereitstellung auf Biomassebasis (Smart Bioenergy).

Für die Autoren des Statement-Papiers ist eines klar: Die Wärmewende muss beschleunigt werden. Soll die Wärmemenge, die beispielsweise von all unseren Heizanlagen abgegeben wird, vollständig aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt werden, müssen die Erneuerbaren fünfmal mehr eingesetzt werden als bisher. Möglich ist das nur im Zusammenspiel aller Wärmequellen, wie solarthermische Anlagen, Abwärme, Geothermie, Power-to-Heat (elektrische Energie zu Wärme). Ebenso müssen alle Optionen der Vernetzung der drei Energiebereiche Strom, Wärme und Verkehr (Sektorenkopplung) ausgeschöpft werden. Die Wärmebereitstellung aus Biomasse wandelt sich von einer Grundlasttechnologie, die gleichmäßig und unabhängig von der genauen Nachfrage Energie erzeugt, hin zu einer smarten stromnetzstabilisierenden, daher flexiblen Wärmebereitstellung.

Nachzulesen ist das Statement-Papier, und die dazugehörigen Hintergrundinformationen auf der Webseite der AG-Wärmemarkt des Forschungsnetzwerkes Bioenergie: hier

WEITERE INFORMATIONEN
Auf Basis des Statement-Papiers wurden von der AG-Wärmemarkt Expertenempfehlungen zum Forschungsbedarf im Rahmen des Konsultationsprozesses für das künftige 7. Energieforschungsprogramm erarbeitet. Diese wurden offiziell am 28. November 2017 dem BMWi auf der Plattform für Forschung und Innovation (FuI) übergeben. Die Empfehlungen sind abrufbar unter:
www.energieforschung.de und www.energetische-biomassenutzung.de


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