Brennstoffe auf der Basis hochqualitativer Holzsortimente werden durch verstärkte Kreislauf- und Kaskadennutzung zukünftig zunehmend durch Biomassereststoffe und biogene Abfallströme wie z.B. Waldrestholz oder Altholz ersetzt werden, welche sehr heterogen und brennstofftechnisch anspruchsvoll sind. Um kleine, biomassegefeuerte BHKWs wirtschaftlich betreiben zu können, müssen solche Brennstoffe entsprechend aufbereitet werden. Innerhalb des Projektes wurden im Rahmen von Feldversuchen verschiedene Trocknungstechnologien und Siebungsverfahren zur Aufbereitung von minderwertigen Holzsortimenten (z.B. Straßenbegleitholz, Kalamitätenholz) eingesetzt und der Einfluss der Aufbereitung auf die Eigenschaften (Partikelgrößenverteilung, Aschegehalt, Wassergehalt, Heizwert, Ascheschmelzverhalten) und die Zusammensetzung der Holzhackschnitzel untersucht. Anhand der Analyseergebnisse entlang der untersuchten Prozessketten konnten Empfehlungen bezüglich der Reihenfolge der Aufbereitungsschritte sowie anzuwendender Prozessparameter und Technologien abgeleitet werden. Durch die Feldversuche an Vergasungsanlagen der Fa. Spanner Re2 konnte demonstriert werden, dass die Qualität von Kalamitätsholz und Straßenbegleitholz soweit verbessert wurde, dass sich die aufbereiteten Holzhackschnitzel für den Einsatz in Biomassevergasern <50 kWel eigneten. Zur Ermittlung der Brennstoffqualität wurde ein zuverlässiges Schnelltestverfahren auf der Basis von günstig verfügbarer Bodenanalytikausrüstung entwickelt. Mit diesem lässt sich der Kaliumgehalt in Holzproben in weniger als 15 Minuten zu einem Preis von rund 5 Euro/Probe bestimme und erlaubt damit die Kontrolle der Brennstoffqualität im Rahmen der Eigenüberwachung und Qualitätssicherung vor Ort.
Kernbotschaften:
1. Bei der Aufbereitung von Holzsortimenten minderer Qualität sollte erst die Trocknung und anschließend die Siebung erfolgen.
2. Durch die Siebung reichern sich kritische Aschekomponenten in der abgetrennten Feinfraktion an.
3. Die Siebung sollte daraufhin optimiert werden, den Feinanteil <3,15 mm möglichst vollständig zu entfernen und dabei aber so wenig wie möglich größerer Partikel F>3.15 mit abzusieben.
4. Mit Hilfe preiswerter Bodenanalytikausrüstung kann der Kaliumgehalt von Holzsortimenten in 10-15 Minuten zu einem Preis von rund 5 Euro/Probe bestimmt werden. Dadurch kann die Kontrolle der Brennstoffqualität im Rahmen der Eigenüberwachung und Qualitätssicherung vor Ort realisiert werden.