Am Beispiel eines Ziegelwerks zeigt das Projekt »BioBrick«, wie Prozesswärme (500 – 1000 °C) und stoffliche Rückstände aus Biomasseanlagen für die industrielle Ziegel-Produktion genutzt werden können. Im Projekt-Setup stellt ein Holzvergaser die Wärme bereit, die kohlenstoffhaltigen Rückstände aus dem Vergaser werden als Porosierungsmaterial im Ziegel verwendet. Die Machbarkeit innovativer Ansätze, wie der Nutzung von Vergaserkoks in einem Produkt sowie der Weiterentwicklung von Feuerungstechnik durch praktische Untersuchungen wird gezeigt und dies mit der Entwicklung von optimierten Gesamtkonzepten, die eine vollständige Ausnutzung der eingesetzten Biomasse ermöglichen, verbunden. Durch die Porosierung mit Holzkohle konnten im Betrieb Einsparungen an Erdgas von bis zu 20 % gezeigt werden. Die Kaskadennutzung verringert die Entsorgungskosten, verbessert die Produkteigenschaften des Ziegels, spart fossile Energieträger ein und steigert gleichzeitig die Kosteneffizienz des Prozesses. Der wirtschaftliche Einsatz von Biomasse in energieintensiven Industrien wird damit exemplarisch nachgewiesen.
Kernbotschaften:
1. Nutzung von Vergaserrückständen bzw. Holzkohle als Porosierungsmittel im Bereich der Ziegelproduktion technisch realisierbar und wirtschaftlich möglich.
2. Zentrale Herausforderung ist bei der Porosierung die Dosierung und Fördertechnik.
3. Verbrennung von Holzgas mit modifizierter Brennertechnik grundsätzlich machbar. Hier besteht jedoch Entwicklungsbedarf für effizientere Systeme.
4. Wirtschaftlichkeit der Einbindung eines Holzvergaser(-BKHW) insbesondere abhängig von CO2- und Brennstoffpreis. Holzvergaser als flexibles, technisches Element, um CO2-neutrale Produktion zu implementieren.
- Walberer J, Meiller M, Burkhardt H, Klenk W, Alt D, Ernst S (2021): Biomass as the Key to a Sustainable Brick Production - Energy Supply, Generation of Process Heat and Recycling of Gasification Residues; European Biomass Conference (EUBCE), online, 28.04.2021.