Im Fokus des Projektvorhabens Hybridkläranlage stand der Grundgedanke der Co-Fermentation biogener Reststoffe an Kläranlagen (im Projekt am Beispiel der Kläranlage Pößneck), sowie mögliche Realisierungsansätze. Es zeigte sich, dass eine Umrüstung, allein der Energieautarkie wegen, nicht wirtschaftlich lukrativ wäre. Eine durchgeführte Energieeffizienzanalyse zeigte, dass durch technische Optimierung und Anschaffung aktueller technische Produkte für Kläranlagen ein Großteil der benötigten Energie bereits bereitgestellt werden könnte. Im Fall der Kläranlage Pößneck würde nach einer energetischen Optimierung und geplanten Anschaffung eines Faulturms nur 130.656 kWh/a an Zusatzenergie zur Energieautarkie benötigt. Diese zusätzliche Menge an Energie über Co- Fermentation bereitzustellen, würde für sich allein noch nicht die Umstellung auf eine anaerobe Schlammstabilisierung rechtfertigen und wäre durch zusätzliche Fermenter- und Substratbehandlungstechnologien sehr kostenintensiv. Insbesondere ein Faulturm ist hier ein kostentreibender Faktor. Die angesprochene Umrüstung (anaerobe Schlammstabilisierung inklusive Vergärung von biogenen Reststoffen) wäre für die Kläranlage erst dann relevant, wenn größere Mengen an Reststoffen umgesetzt würden, welche im Falle der Stadt Pößneck auch vorhanden wären. In unmittelbarer Nähe der Kläranlage finden sich ausreichende Mengen an Grünschnitt, Reststoffe aus der Landwirtschaft, Fleischabfälle, Biertreber, zuckerhaltige Abwässer (Melasse) und Glycerin. Es besteht also das Potential, die Kläranlage Pößneck nicht nur energieautark, sondern zu einem Energieproduzenten zu wandeln.
Erreichte Projektergebnisse:
- Eine mögliche energetische Optimierung von Kläranlagen könnte durch eine Hybridisierung mit Technologien aus dem Biogasbereich erreicht werden.
- Allein zur Erreichung der Energieautarkie ist die Kombination mit Biogastechnologien nicht notwendig und zu kostenintensiv (Beispiel der Kläranlage Pößneck).
- Die Kläranlage Pößneck könnte bereits durch eine Modernisierung von Anlagenkomponenten zur Energieautarkie geführt werden.
- Ein Kläranlagen-Biogas Hybrid ist dann sinnvoll, wenn Substratemengen eingesetzt werden, welche wesentlich höhere Energiemengen liefern, als zur Energieautarkie benötigt.