Im Verbundvorhaben „BioHy“ wurde ein Verfahren entwickelt, welches den konventionellen Biogasprozess um eine biologische Wasserstoffstufe erweitert. Das Funktionsprinzip dieses biotechnologischen Reaktors ist die biogen induzierte Versäuerung mit gekoppelter Wasserstofffreisetzung. Verfahrenstechnisch wird dabei die Versäuerung des Biogasbildungsprozesses von der Methanbildung räumlich getrennt. Im Ergebnis werden zwei biogene Gase parallel und kontinuierlich produziert – ein wasserstoffhaltiges Biogas und ein methanhaltiges Biogas.
Das Verfahren wurde an verschiedenen Substraten im Biogastechnikum am DBI getestet (landwirtschaftliche Substrate und industrielle Reststoffe). Die Betriebsparameter Reaktortemperatur, hydraulische Verweilzeit, Raumbelastung und das Verhältnis der Fermentervolumen wurden über entsprechende Versuchsreihen optimiert. Leitfaden für die verfahrenstechnische Entwicklung war ein möglichst hoher Praxisbezug, d. h. auf labortypische Hilfsmittel wie pH-Puffer oder mikrobiologische Reinkulturen wurde bewusst verzichtet. Das Verfahren wurde vom Labor- in den Pilotmaßstab gehoben. Hierbei konnte in einem mehr als 200-tägigen Langzeitexperiment unter wechselnden Versuchsbedingungen kontinuierlich wasserstoffhaltiges Biogas erzeugt werden. Zukünftige Verwendung könnte der Biowasserstoff, aufgrund seiner Zusammensetzung (ca. 50 % H2 und 50 % CO2), in der stofflichen Nutzung finden (z.B. Methanolsynthese).
Fachartikel: Manig et al., Konversion von Biomasse zu Wasserstoff und Methan mittels eines zweistufigen Biogasprozesses, Biogasjournal 03_19, ISSN 1619-8913, 2019.