Im BMWi-geförderten Projekt „BioWap“ haben das ZAE Bayern und der Kesselhersteller HDG Bavaria ein neuartiges, mit Biomasse gefeuertes Wärmepumpen-Heiz- und Kühlsystem entwickelt, das die Hälfte des Brennstoffs einspart.
Das am ZAE entwickelte und getestete System wurde als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Heizeinheit mit einer thermischen Nennleistung von etwa 100 kW konzipiert. Durch die Option, damit ganzjährig Kälte für Klimatisierung oder industrielle Anwendungen bereitzustellen, wachsen möglicher Einsatzbereich und Jahresnutzungsgrad.
Die direkte Kopplung von Verbrennung und Absorptionswärmepumpe (Arbeitsstoffpaar: Wasser und wässrige Lithiumbromidlösung) erlaubt die Nutzung einer Umweltwärmequelle mit niedriger Temperatur. Der Wärmepumpenprozess verdoppelt dabei die Effizienz des Kessels im Vergleich zu herkömmlichen Modellen, die anfallenden Emissionen schrumpfen entsprechend um bis zu 50 %. Der Strombedarf des Systems liegt bei maximal 2 % der Nutzenergie. Diese Sparsamkeit macht es nahezu unempfindlich gegenüber der Volatilität erneuerbarer Stromerzeuger wie Windkraft oder Photovoltaik. Außerdem belastet das mit Biomasse gefeuerte Wärmepumpensystem das Stromnetz deutlich weniger als konventionelle Varianten.
Ein wichtiges Ziel des Projektes war es, die Anlage so zu konzipieren, dass sie mit in der Biomassekesselherstellung üblichen Fertigungsschritten produziert werden kann. Das ermöglicht eine preisgünstige Herstellung und eröffnet so zahlreiche Anwendungen in Wohn- und Betriebsgebäuden, speziell im Hinblick auf den weltweit wachsenden Kühlbedarf.
Im Projekt wurde nachgewiesen, dass ein solches System günstig gefertigt und stabil betrieben werden kann. Die Ergebnisse der Labormessungen decken sich sehr gut mit den im Vorfeld simulativ ermittelten Werten. Erste Prognosen zur Wirtschaftlichkeit in Grundlastanwendungen bescheinigen dem Konzept Marktnähe. Die Projektpartner HDG Bavaria und ZAE Bayern analysieren nun weitere Schritte, um Feldtestanlagen zu Demonstrationszwecken zu ermöglichen.
Ergebnisse auf einen Blick:
- "BioWap“ bietet Heizen, Kühlen, Warmwasser bei (derzeit) bis zu 4°C Kälte und 41°C bis 85°C Wärme.
- "BioWap“ verdoppelt den Nutzen des eingesetzten Brennstoffes und halbiert die Emissionen
- „BioWap“ ist gegenüber konventionellen Systemen ökonomisch konkurrenzfähig und ökologisch führend.
- „BioWap“ sollen Feldtestanlagen zu Demonstrationszwecken folgen, Anwender gesucht!