NovoHTK

Neuartiges Verfahren zur Mono-Vergärung von Hühnertrockenkot
#Biogas
#KWK
#Strom
#Validierung Marktpotenzial
#Wärme
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FKZ-Nr.:
03KB137
Für die Zielsetzung einer Mono-Vergärung von HTK wird ein zweistufiges Verfahrensprinzip gewählt. Die Problematik des hohen Sandanteils soll dabei verfahrenstechnisch über ein Perkolationssystem in der 1. Prozessstufe gelöst werden. Die Vermeidung toxischer Ammoniak-Konzentrationen erfolgt durch Verschiebung des Ammoniak-Ammonium-Gleichgewichtes in Richtung Ammonium durch CO2-gesteuerte pH-Reduktion in der 2. Prozessstufe mit einem neu anzupassenden Reaktor. Nach der Optimierung der Betriebsparameter im Labormaßstab erfolgt ein Upscaling unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte.
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Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines neuartigen zweistufigen Verfahrens zur Mono-Vergärung von HTK. Das System basiert auf der Vermeidung toxischer Ammoniak-Konzentrationen durch die Verringerung des pH-Wertes. Die zentrale Komponente zur pH-Regulation ist Kohlendioxid, das vor Ort verfügbar ist (Biogas, Biogasaufbereitung). Das zu entwickelnde Verfahren soll es ermöglichen, die bisher in Deutschland noch unvollständig genutzten Potenziale von HTK und anderen stickstoffreichen Substraten in Biogasanlagen zu verwerten.
03KB137A

- Analysen/ Recherchen als Voruntersuchung zur Substratkonditionierung - Verfahrensentwicklung im Labormaßstab - Realisierung und Betrieb beider Prozessstufen - Optimierung der Betriebsparameter - Analyse der Einflüsse auf Mikroorganismen - Charakterisierung der Gärmedien zur Optimierung physikalischer und chemischer Parameter - Bewertung ökonomischer und ökologischer Aspekte des Verfahrens anhand von Massenbilanzen

03KB137B

- Charakterisierung und Konditionierung des Substrates zum Einsatz im Perkolationssystem - Prüfen der Notwendigkeit und Entwicklung eines Systems zur Ammoniakabscheidung - Umsetzung im Pilotmaßstab - Konzeptentwicklung für Demonstrationsanlage - Bewertung ökonomischer und ökologischer Aspekte des Verfahrens anhand von Massenbilanzen

03KB137C

- Methodenentwicklung Feinsandabscheidung (Voruntersuchungen und Labormaßstab) - Umsetzung der Feinsandabscheidung im Pilotmaßstab - Konzeptentwicklung für Demonstrationsmaßstab - Bewertung ökonomischer und ökologischer Aspekte des Verfahrens anhand von Massenbilanzen

Zunächst erfolgte am DBFZ die Verfahrensentwicklung im Labormaßstab. In der ersten Prozessstufe wird mittels Perkolation (Berieselung) eine Flüssigkeit mit hohem Organik-Anteil (Perkolat) gewonnen, die in der zweiten Stufe in einem Hochleistungsreaktor zu Methan umgesetzt wird. Die Vermeidung toxischer Ammoniak-Konzentrationen (die bei dem stickstoffreichen HTK zu erwarten sind) erfolgt durch Verschiebung des Ammoniak-Ammonium-Gleichgewichtes in Richtung des weniger toxischen Ammoniums durch pH-Reduktion. Die zentrale Komponente zur pH-Regulation ist die Erhöhung des CO2-Partialdrucks in der zweiten Prozessstufe. Im Ergebnis wurden wichtige Indikatoren zur Steuerung der Prozessbiologie unter hoher Stickstoff-Belastung ermittelt und Zielgrößen für die weitere Prozessoptimierung (beispielsweise Temperatur oder pH-Wert) definiert. Das Upscaling für den Pilotmaßstab (GICON®, AEV) und apparatetechnische Anpassungen sowie die Erprobung des Prozesses im Versuchsaufbau einer Demonstrationsanlage (TRL 5) erfolgten im GICON®-Biogastechnikum am Standort Cottbus. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden Skalierungseffekte beobachtet und charakterisiert, wobei innerhalb des Bearbeitungszeitraumes technische Lösungen geschaffen wurden, die den dauerhaften Einsatz von HTK in der Monovergärung ermöglichen. Dazu gehörte u.a. die Entwicklung eines geeigneten Mehrphasenabscheiders durch AEV, der im Rahmen des Projektes an der Demonstrationsanlage getestet wurde. Für den Gesamtprozess liegen nun die Kennwerte zur Auslegung im technischen Maßstab sowie verschiedene Planungsvarianten vor. Diese bilden die Grundlage für wirtschaftliche und ökologische Bewertungen. Damit sind die Voraussetzungen für die Prozesserprobung in einer Einsatzumgebung (TRL 6) geschaffen.

Kernbotschaften:
1. Zweistufige HTK-Monovergärung im Labormaßstab (Perkolation) und Pilotmaßstab (Schlammbett) realisiert
2. Lösungskonzepte für zwei wesentliche Problemstellungen erstellt: Feststoffsedimentation und Prozesshemmung durch Ammoniak
3. Kennwerte zur Auslegung im großtechnischen Maßstab liegen vor
4. Wichtige Indikatoren zur Steuerung der Prozessbiologie (Temperatur, pH-Wert) ermittelt
5. pH-Regulation über CO2-Partialdruck ist möglich

TAGUNGSBAND – BEITRÄGE:
- Schäfer F, Janke L, Wedwitschka H, Niebling F, Himmelstoss A, Pröter J (2022): NovoHTK - Ein neuartiges Verfahren zur Monovergärung von Hühnertrockenkot. Tagungsbeitrag 15. Biogasinnovationskongress (Mai 2022), Präsentation und Tagungsband

POSTER-BEITRÄGE
- 8. Statuskonferenz Energetische Biomassenutzung (17./ 18. September 2019), F. Schäfer, L. Janke, DBFZ; D. Juncqueira, F. Niebling, GICON
- DBFZ Jahrestagung (16./ 17. September, 2020), L. Janke, F. Schäfer
- Progress in Biogas V (22. – 24. September, 2021), F. Schäfer
- Messestände
- Biogas Convention (10. – 12. Dezember 2019), A. Himmelstoss, R. Reiter, AEV
- Biogas Convention (7. – 9. Dezember 2021), ), A. Himmelstoss, R. Reiter, AEV
- Energy Decentral (9. – 12. Februar 2021), A. Himmelstoss, R. Reiter, AE

Partner 03KB137A

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Biochemische Konversion

Pin IconTorgauer Straße 116, 04347 Leipzig

Projektleitung:
Dr. Franziska Schäfer
Phone Icon +3412434443 +49-(0)341 2434-443
Mail Icon franziska.schaefer@dbfz.de

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M. Sc. Harald Wedwitschka +49-(0) 341 /2434 562 harald.wedwitschka@dbfz.de Dr.-Ing. Jürgen Pröter +49-(0)341 2434-517 juergen.proeter@dbfz.de Dr.-Ing. Leanardo Janke +49-(0)341 2434-793 leandro.janke@dbfz.de

Partner 03KB137B

GICON - Großmann Ingenieur Consult GmbH

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Partner 03KB137C

AEV Energy GmbH

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Dipl.-Ing. A. Himmelstoß +49-(0)351-4671301 a.himmelstoss@aev-energy.de