GreenSelect

Optimierte Nutzung vergärbarer Grüngutchargen durch selektive kommunale Erfassung und Konservierung
#Biogas
#Biomethan
#KWK
#Strom
#Validierung Marktpotenzial
#Wärme
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FKZ-Nr.:
03KB155
Die zentralen Ziele von GreenSelect sind, zunächst die verfügbaren Potenziale an krautigem Grüngut für eine energetische Nutzung zu ermitteln und einerseits verschiedene selektive Sammelsysteme für krautiges Grüngut aus Privathaushalten und von kommunalen Flächen sowie andererseits unterschiedlichen Silierungstechniken für die Konservierung des gesammelten krautigen Grünguts zu erproben. Außerdem sollen auf Basis einer Analyse von Stoff- und Energieflüssen modellhafte Wertschöpfungsketten entwickelt und ökonomisch sowie hinsichtlich ihrer Klima- und Ressourcenrelevanz bewertet werden, sodass Empfehlungen für die Praxis formuliert werden können.
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Das Gesamtprojekt thematisiert die bislang unzureichende Ausschöpfung der Potenziale von krautigem Grüngut für eine hochwertige Mehrfachnutzung als Biogassubstrat (energetisch) und Kompost aus Gärrest (stofflich). Dabei werden neue Erfassungssystem erprobt und Wertschöpfungsketten optimiert.
03KB155A

1. Potenzialabschätzung: Abschätzung der Mengenpotenziale von krautigem Grüngut in Deutschland sowie des Anteils, der in frischem, d. h. vergärbarem Zustand erfasst werden kann. 2. Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen: Dokumentation und Bewertung der derzeitig verbindlichen rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bei der Erfassung, Aufbereitung und Verwertung von krautigem Grüngut. 3. Erprobung selektiver Sammelsysteme für krautiges Grüngut: Gemeinsam mit Praxispartnern werden vier verschiedene Sammelsysteme in Modellversuchen erprobt: - Sammlung nach Pflegemaßnahmen kommunaler Liegenschaften - Sammlung bei Privathaushalten im Holsystem - Sammlung bei Kleingartenanlagen im Holsystem - Getrenntsammlung auf Wertstoffhöfen 4. Prüfung von Silierungstechniken für krautiges Grüngut: Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Dienstleistern (Versuchsanstalt) werden verschiedene Silierungstechniken in Modellversuchen erprobt: - Ballensilage - Schlauchsilage - Silage im Fahrsilo 5. Aufbereitung und Verwertung in Biogutvergärungsanlagen: Gemeinsam mit Betreibern von Biogutvergärungsanlagen wird die Aufbereitung und Verwertung von unterschiedlich siliertem krautigen Grüngut in der Praxis erprobt. 6. Wertschöpfungsketten Entwicklung einer oder mehrerer modellhafter Wertschöpfungsketten für ein umfassendes Verwertungskonzept für krautiges Grüngut. 7. Bewertung hinsichtlich Ökonomie, Klima, Ressourcen: Eine umfassende ökonomische Bewertung wird für alle entwickelten Wertschöpfungsketten durchgeführt. Analog dazu werden die unterschiedlichen Wertschöpfungsketten hinsichtlich ihrer Relevanz bezüglich der Einsparung von Treibhausgasen, der Energieerzeugung und der Einsparung von Ressourcen bewertet. 8. Empfehlungen für die Praxis: Basierend auf den erarbeiteten Erkenntnissen werden praktische Lösungsansätze sowie differenzierte Empfehlungen zur optimierten Verwertung von krautigem Grüngut erarbeitet.

Eine verstärkte Getrennterfassung und Konservierung (Silierung) von krautigem Grüngut zur Verwertung in Bioabfallvergärungsanlagen kann den typischen Jahresgang dieser Anlagen mit einer unzureichenden Auslastung in den Wintermonaten teilweise ausgleichen.
Die Betrachtung der bundesweiten Potenziale zeigen, dass rund die Hälfte des krautigen Grünguts noch nicht über bestehende Sammelsysteme erfasst wird und damit prinzipiell für eine energetische Verwertung mobilisiert werden kann.
Die Projektergebnisse aus Praxisversuchen und Modellrechnungen zeigen, dass diese Verwertung generell ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber einer reinen Grüngutkompostierung bieten kann.
Dafür ist eine Erfassung im Bringsystem, die kaum zusätzliche Kosten verursacht, notwendig.
Für die Silierung des Grünguts weisen sowohl Fahrsilo als auch Ballensilage Vor- und Nachteile auf, wobei bei einer ausreichenden Flächenverfügbarkeit das Fahrsilo v. a. unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorzuziehen ist.
Für eine praktische Umsetzung der Mitbehandlung von silierten Grüngutmengen in der Biogutvergärung ist standortindividuell Folgendes zu ermitteln:
- Potenzialanalyse durch Auswertung der Unterauslastung der Vergärungsanlage in den anlieferungsschwachen Monaten im Winter
- Bewertung der möglichen separaten Erfassung von krautigem Grüngut bzw. Rasenschnitt
- Bewertung der möglichen Freiflächen für die Silagelagerung über mehrere Monate
- Entscheidung zur Silierungstechnik anhand des Mengenpotenzials, der Flächenverfügbarkeit und des möglichen Maschineneinsatzes
- Wirtschaftlichkeitsberechnung mit der Abwägung des Aufwands sowie der zusätzlichen Energie- und Produkterlöse gegenüber den Kosten einer alternativen Grüngutverwertung

Kernbotschaften:
1. Der übliche Jahresgang von Bioabfallvergärungsanlagen mit einer Minderauslastung in den Wintermonaten kann durch krautiges Grüngut teilweise ausgeglichen werden.
2. Rund die Hälfte des krautigen Grünguts wird noch nicht über bestehende Sammelsysteme erfasst und kann prinzipiell für eine energetische Verwertung mobilisiert werden.
3. Die separate Erfassung von krautigem Grüngut sollte nur geringe zusätzliche Kosten verursachen, daher sind Bringsysteme zu nutzen.
4. Um das krautige Grüngut im Winter als Gärsubstrat einsetzen zu können muss es konserviert werden, vorzugsweise in einem Fahrsilo.
5. Die Mitvergärung von siliertem krautigem Grüngut kann generell sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile gegenüber einer reinen Kompostierung bieten.
6. Für eine praktische Umsetzung des Einsatzes von krautigem Grüngut in der Bioabfallvergärung müssen immer standortindividuelle Entscheidungen getroffen werden.

Weitere Publikationen:
- Kern M, Raussen T (Hrsg.) (2022): Steigende Wertschätzung für die Produkte der Bioabfallwirtschaft. Witzenhausen. In: Witzenhausen-Institut. Neues aus Forschung und Praxis, 122-142.

Partner 03KB155A

Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH

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