Die nachhaltige Nutzung von Reststoffen in Biogasanlagen gewinnt in der aktuellen Forschungslandschaft und Technologieentwicklung zunehmend an Bedeutung. Als kostengünstige Substrate bieten Reststoffe die Möglichkeit den Anteil nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo) zu reduzieren und gleichzeitig den Substratmix zu erweitern.
Das Projekt zielte darauf ab eine effektive Vorbehandlungskombination für verschiedene Reststoffe zu ermitteln und diese in einem Dreischritt von dem Labormaßstab in technischen und schließlich Praxismaßstab zu übertragen.
Die Forschungsarbeiten im Rahmen des Projektes BioReSt haben gezeigt, dass durch die Anwendung regionaler angepasster Vorbehandlungskonzepte erhebliche Verbesserungen in der Biogasproduktion erzielt werden können. Die führt zu einer effizienten Nutzung von Reststoffen. Konkret konnte durch die Vorbehandlung ein Methanmehrertrag für Rapsstroh von 10 %, für Rindermist um 11 % und Gras um 13 %. Die Ernte und der Einsatz von Rapsstroh konnte erfolgreich und ohne Störungen des Prozessbetriebes. Die Bilanzierung des Treibhausgase gemäß der Methodik der RED II ergaben, dass der zusätzliche Einsatz von Reststoffen zu einem bestehenden Mix zu keiner wesentlichen Änderung des Treibhausgasminderungspotentiales führt. Gleichzeitig werden jedoch Methanmehrerträge erzeugt, die sich wiederum positiv auf die Erlöse auswirken. Somit gibt es verschiedene Gründe, die Betreiber dazu motivieren Reststoffe einzusetzen. Gleichwohl wird Unsicherheit gegenüber erforderlichen Genehmigungen und den Abgrenzungen von Reststoffen zu Abfällen geäußert.
Kernbotschaften:
1. Es konnte gezeigt werden, dass eine Zerkleinerung des untersuchten Getreidestrohs und strohhaltigen Pferdemist ohne zusätzliche Behandlung mit Ammoniak oder Enzymen ausreichend ist.
2. Die beste untersuchte Methode für die Substrate Rapsstroh, Gras und Rindermist im kontinuierlichen Maßstab zu vergären war die Substrat zu zerkleinert und mit Gülle zu mischen. Bei dem Substrat Rapsstroh wurde ein Methanmehrertrag von + 10 % durch Mischen und einen Tag wirken lassen erzielt. Die Substrate Rindermist und Gras war das Mischen mit Gülle und hinzufügen mit Enzymen erfolgreich.
3. Das Aufkommen von Reststoffen ist im Jahresverlauf unterschiedlich und steht in Abhängigkeit zum Anbau von Hauptprodukten. Die Vorbehandlung sollte auf diese Veränderungen reagieren.
4. Viele Biogasanlagenbetreiber haben Interesse am Einsatz von Reststoffen. Insbesondere genehmigungsrechtliche Gründe werden von Betreibern als Hemmnis für den Einsatz von Reststoffen angeführt. Diese gilt es anzupassen und zu vereinfachen.
Im Projekt BioReSt entstanden diverse Veröffentlichungen, eine Auswahl können Sie hier einsehen.
Vorträge:
- SCHOMAKER M (2022): Regionale Vorbehandlungskonzepte zur nachhaltigen Reststoffnutzung in Biogasanlagen. Vortrag. 10.energiefrühstück. Steinfurt (digital)
- BRÜGGING E (2022): BioReSt – Regionale Vorbehandlungskonzepte zur nachhaltigen Reststoffnutzung in Biogasanlagen. Vortrag. 6. Bayerische Biogasfachtagung. Dingolfing (digital)
- SCHOMAKER M (2022): BioReSt – Regionale Vorbehandlungskonzepte zur nachhaltigen Reststoffnutzung in Biogasanlagen. Vortrag. Zukunft Biogas. Steinfurt (digital)
Artikel:
BENSAMNN M (2022): Lignocellulose aufspalten. Biogasjournal. 2022/3, Seite 14 -20
Poster auf Konferenzen (siehe entsprechende Links):
- SCHOMAKER M, WEIDE T, BRÜGGING E (2020): Vorbehandlung von Reststoffen für den Einsatz in Biogasanlagen. Fachkonferenz Forschungsnetzwerk Bioenergie und Energiewendebauen. (digital)
- SCHOMAKER M, WEIDE T, BRÜGGING E (2021): BioReSt – Regionale Vorbehandlungskonzepte zur nachhaltigen Reststoffnutzung in Biogasanlagen. Poster. BIO-raffiniert – Bioökonomie: Baustein der zirkulären Wirtschaft – Chancen für Produkte und Prozesse. (digital)
- SCHOMAKER M, WEIDE T, BRÜGGING E (2021): Reststoffverwertung zur Erzeugung von Biogas. Poster. Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven. 7. Kongress. (digital)
- SCHOMAKER M, BRÜGGING E, WETTER C (2022): BioReSt – Regionale Vorbehandlungskonzepte zur nachhaltigen Reststoffnutzung in Biogasanlagen. Poster. Institutsverbund. Münster